Vorschau: Erstes Frauen-Testmatch in der Deutschschweiz am 8. März in Zug
Am Samstag den 8. März steht die Damenauswahl der Rugby-Nationalmannschaft in Unterägeri Finnland gegenüber. Es ist das erste Mal, dass ein Rugbyspiel der Frauen in der Deutschschweiz ausgetragen wird. Das Spiel gegen Finnland vom kommenden Samstag soll auch als PR-Aktion dienen, um Frauen auf diese Sportart aufmerksam zu machen.
Frauen und Rugby? Das klingt ziemlich eigenartig. Schliesslich gilt Rugby als eine der härtesten Sportarten der Welt. „Blessuren gehören einfach dazu. Die Faszination liegt darin, dass es sich bei Rugby um einen richtigen Teamsport handelt. Speziell beim XVer Rugby, bei dem fünfzehn Frauen um einen Ball kämpfen. Dabei ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass eine gute Spielerin alleine den Unterschied ausmachen kann, so wie es beim Fussball manchmal der Fall ist“, sagt Carolin Reischauer, Openside Flanker der Schweizer Frauen-Nati. „Ausserdem ist es toll, dass Rugby für alle Arten von Athletinnen geschaffen ist. Fast jede kann in einer Team-Aufstellung ihren Platz finden, ob klein und schnell oder kräftig und gross. Für jede Frau gibt es eine Position im Team“.
In der Schweiz spielen ca. 200 Spielerinnen in sechs Frauenteams aktiv Rugby. 2011 bestritt die Damen-Nationalmannschaft ihr erstes Spiel gegen Belgien, das sie mit 15: 7 gewann. Seither hat die Damenauswahl von insgesamt fünf internationalen Begegnungen vier Spiele gewonnen und nur eines verloren. Das Team möchte sich in nächster Zukunft unter den 15 besten europäischen Teams platzieren. Ein sehr ehrgeiziges, aber erreichbares Ziel, das durch eine gezielte Nachwuchsarbeit erreicht werden soll. In der Romandie und in der Region Bern laufen bereits Pilotprojekte. In der Innerschweiz wirbt das Projekt "RUGBY4SCHOOL" um die Akzeptanz von Rugby als Schulsport, auch für Mädchen.
Dass der Schweiz Rugbysport im Allgemeinen und die die Damenauswahl im Speziellen mit sehr bescheidenen Mitteln auskommen müssen, kann man auch dem Positionspapier des Schweizer Rugby-Verbandes zur Entwicklung des Damenrugbys entnehmen: Als Ziel wird hier festgehalten, dass eines Tages Spielerinnen nicht mehr selber für ihre Trikots oder Reisespesen aufkommen werden müssen. Hier gilt Bescheidenheit noch als Tugend.
















